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Vor wenigen Wochen hatte Welschenrohr noch 7 Punkte Vorsprung, doch am Sonntag ging Subingen punktgleich, aber dank der um fünf Einheiten besseren Fairplay-Bilanz aus der Pole Position in die letzte Runde. Zwei Dinge mussten also Subingen gelingen, um dem Meisterbecher hochstemmen zu dürfen: Erstens gegen Blustavia gewinnen und zweitens möglichst keine Karten kassieren.

Marco Begni, der Sekretär des Solothurner Kantonal-Fusssballverbandes SKFV war jedenfalls mit dem echten Pokal in Subingen anwesend - in Welschenrohr stand sicherheitshalber eine Ersatztrophäe bereit. Begni hatte auch die Aufgabe, jederzeit die Subinger Fairplay-Punkte nachzuführen. Falls das Fernduell punktemässig ausgeglichen beendet würde, hätte man trotzdem sofort eine Pokalübergabe durchführen können.

Blustavia gab alles

Mit dem Anpfiff formierten sich massive Wolken über dem Sportplatz Affolter. Ein Gewittersturm namens Blustavia schien aufzuziehen. Und tatsächlich: Die Haupstädter übernahmen in der 23. Minute die Führung. Zwei Verteidiger und Goalie Drazen Petrovic hatten vergeblich versucht, Pascal Brunner zu stoppen. Der spazierte durch die Subinger Abwehr als gäbe es nichts Einfacheres.
Doch der Schreck dauerte nur kurz. Drei Minuten später lenkte Dasnim Sulejmani eine Flanke von Selcuk Cubuk zum 1:1 ins eigene Tor. Was den Blustavia-Verteidiger trösten mag: Mathias Hubler wäre hinter ihm bereitgestanden um einzuschieben.
Dann hatte Subingen bei einem Pfostenschuss von Fabian Kummer Pech. Aber das Gewitter begann sich allmählich zu verziehen. In der 35. Minute brachte Kevin Burkhard den durchbrechenden Hubler zu Fall und der strenge Schiedsrichter entschied auf Penalty. Andreas Linder verwertete diesen sicher zur Subinger Führung.

Rote Karte liess Subingen zittern

Mit dem 2:1 ging es in die Pause, und eigentlich hätte es genügt, wenn die Subinger darauf geachtet hätten, keine unnötigen Karten zu kassieren. Das taten sie aber nicht. In der 69. Minute leistete sich der bereits verwarnte Michael Koch ein grobes Foul und wurde vom Platz verwiesen.
Blustavia riskierte in der Schlussphase alles und allen voran Dario Balmer wollte seinem früheren Team unbedingt die Suppe versalzen. Als bei einem weiten Befreiungsschlag alle Subinger nur zuschauten, konnte er alleine aufs Tor losziehen, traf aber nur den Pfosten. Das hätte das 2:2 sein müssen. In der 91. Minute versetzte Franco Torre den Subingern den letzten Nadelstich, aber Goalie Petrovic parierte seinen gefährlichen Diagonalschuss. Dann hielt es keinen Bustavianer mehr in der Verteidigung, was Subingen noch mit zwei geschenkten Kontertoren zum 4:1-Sieg bestrafte.

Aber hatte Subingen seinen Fairplay-Vorsprung verspielt? Die Frage blieb rhetorisch, weil bekannt wurde, dass Welschenrohr nicht über das 0:0 hinausgekommen war. Die Meisterfeier konnte beginnen, die Freude der Subinger war überwältigend.

"Jetzt wollen wir den Moment geniessen", sagte Trainer Patrik Schüpbach auf die Frage, ob er sich auf die 2. Liga inter freue. "Dann gehen wir in die Ferien, und wenn wir zurückkommen, machen wir uns über die Probleme des Aufstiegs Gedanken." Aber eine Aussage wollte Schüpbach unbedingt in der Zeitung lesen: "Ich mag diese Rangierung nach Faiplay-Strafpunkten überhaupt nicht. Wir hatten heute zufälligerweise einen sehr strengen Schiedsrichter, und das hätte uns den Titel kosten können."

Dann ging es ins Klubrestaurant, wo die Musik spielte, das Bier floss und das grosse Fest bis in die Morgenstunden abging. Subingen verabschiedete nämlich noch seinen zurücktretenden Präsidenten Daniel Ingold; zu seinem Nachfolger soll an der nächsten Generalversammlung Remo Kissling gewählt werden. Auch Transferchef Michael Kummli wird zurücktreten. Der langjährige Trainer der 2. Mannschaft, Markus Panizzoli, soll dieses Amt neu übernehmen. Und dann wurden auch noch die 30 Jahre von Markus Schnider als Subingens Pfleger gefeiert.

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